Abfälle intelligent wiederverwerten

Integrierte Kreislaufwirtschaft in der Praxis

Zahlreiche komplizierte Schritte sind nötig, um aus einer schwarzen Brühe aus der Mülltonne wieder Rohstoffe von hoher Qualität zu gewinnen. Genau auf diesen Prozess ist Dr. Joachim Venus vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) spezialisiert.

Die stoffliche Verwertung von Biomasse ist eine zentrale Herausforderung, wenn es um Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft geht. Aus einem schwarzen Schlamm, in dem sich wertvolle Rohstoffe wie Milchsäure und Zellulose verstecken, entstehen am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) Ausgangsprodukte für neue Stoffe.

„Das ist unheimlich aufwendig, kostet Geld, kostet Zeit, und hat auch noch eine Menge Herausforderungen, weil teilweise Dinge in diesem Schlamm drin sind, die wir aus anderen Projekten noch gar nicht kennen“, so Dr. Joachim Venus. Der Schlamm aus der Biotonne ist ihm dabei lieber als der aus der Restmüll-Tonne, da die organischen Stoffe im Biomüll überwiegen, „solange wir brav den Müll trennen“.

Allerdings scheint nichts unmöglich am ATB. In einem Projekt mit der Universität Hongkong ist es den Forschern gelungen, Mischgewebe aus Altklamotten in Baumwoll- und Kunststofffasern aufzuteilen und diese Bestandteile der Folgenutzung zuzuführen. „Das ist also auch ein wunderbares Beispiel für diese integrierte Kreislaufwirtschaft und das Wiederverwenden von eigentlich ungenutzten Abfällen“, so Venus.

Abgesehen von der internationalen Zusammenarbeit sieht er die Vorteile der Lage seines Instituts in Brandenburg in dem scheinbar unerschöpflichen Nachschub an Reststoffen – vor allem aus der Metropole Berlin. Brandenburg liefert vor allem landwirtschaftliche Produkte und Energie nach Berlin, zurück kommen Reststoffe, für die besondere Verwertungsprozesse entwickelt werden müssen: „Insofern hat Brandenburg schon eine sehr prominente Rolle.“

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