Leichtbau: Standort mit Potenzial, durchzustarten

Gewichtsreduktion, Sicherheit, Standardisierung: Fünf Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus der Hauptstadtregion haben sich zusammengetan, um weltweit einzigartige Gerätecontainer zu bauen. Eine wichtige Rolle spielen dabei neue Fügetechniken und äußerst leichte Hybridlaminate. Denn die können so ziemlich alles, was konventionelle Materialien nicht schaffen. Wissen, Erfahrung und Innovationsgeist treffen bei dem Vorhaben zusammen.

Deutschland als Heimat des industriellen 3D-Drucks hat alle Voraussetzungen, um eine Vorreiterrolle einzunehmen. Der 1. Cottbuser Tag der Additiven Fertigung machte klar, dass vor allem die Region Cottbus hervorragende Chancen hat, in diesem Zukunftsbereich zum Taktgeber zu werden.

Durch die Herstellungsweise des 3D-Drucks, bei der ein bestimmter Gegenstand nicht durch Entnahme von Material, wie beim Schleifen oder Bohren, sondern Schicht für Schicht aufgebaut wird, fällt weniger Abfallmaterial an. Daher der Name „additive Fertigung“, vom lateinischen additivum „hinzugegeben“. Durch die besondere Herstellungsweise sind die Teile leicht, stabiler durch weniger Bruchstellen und können schnell und sehr günstig hergestellt werden.

Die Materialeigenschaften der so produzierten Komponenten verbessert sich auch durch die permanente Optimierung der Verfahren. Unterschiedlichste Materialien wie Metalle, Kunststoffe, Zement, Lebensmittel, wie Zucker und Schokolade oder gar organische Materialien werden so zu perfekten Erzeugnissen verarbeitet.

Entsprechend entschieden rief Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr. Jörg Steinbach den Teilnehmern in seinem Begrüßungswort zu: „Cottbus, mach dich auf die Socken!“. Es bestehe die einzigartige Gelegenheit für die ganze Region, an der Übergangsstelle zwischen Forschung und Industrieproduktion zum wegweisenden Zentrum für die Technologie zu werden. Ein solcher herausragender Standort sei für das ganze Land Brandenburg ein Standortvorteil.

Gerade in dieser jungen Technologie sei es wichtig, auf den Austausch zwischen den verschiedenen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Dienstleistern zu setzen, um Innovationen zu ermöglichen, so Andreas Nick von APWorks in seiner Präsentation. Die Anschaffungskosten großer 3D-Drucker im Industriemaßstab seien für viele Mittelständler zu hoch, um das Anschaffungsrisiko einzugehen. Die Eröffnung einer Produktionsstätte auf dem Gelände der BTU Cottbus-Senftenberg bietet die Chance, den Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Industrie zu verstärken.

Vor allem im Mobilitätssektor haben große Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder Luftfahrtunternehmen das Potenzial der Technologie bereits erkannt. Wo jedes Gramm zählt und Materialausfall für teure Verzögerungen und Wartung sorgt, kann die additive Fertigung ihre Vorteile ausspielen. Pilotprojekte haben dazu beigetragen, die Technologie voran zu bringen, so Arvid Eirich vom Netzwerk „Mobility goes additive“ in seinem Vortrag.

Am Ende der Tagung stand fest: Das Interesse an der additiven Fertigung ist groß, die Chance auf ein Wissenszentrum in Cottbus hoch. Genauso präsent allerdings sind die Hürden für Unternehmen, sich dieser innovativen Technologie zu nähern. Umso wichtiger ist die Initiative des Innovation Hub 13, das Ihnen Transferscouts für Leichtbau zu Verfügung stellt, um den Wissenstransfer zwischen den beteiligten Akteuren unterstützen. Diese können auch Prototyping und Versuchsfertigungen vermitteln, um Ihnen Einstiegshürden in die additive Fertigung zu nehmen.

Unter folgendem Link finden Sie die Vorträge der Redner der Tagung: https://www.b-tu.de/owncloud/s/f7sAoMR8C9XPfJL

Transferscouts für Leichtbau

Dr.-Ing. Sarah Schneider
Transferscout Leichtbau / Innovation Hub 13
Technische Hochschule Wildau
Tel.: +49 (0) 3375 508 498
Mobil: +49 (0) 175 1957644
Mail: sarah.schneider@th-wildau.de

Marco Lubosch, M.Sc.
Transferscout Leichtbau / Innovation Hub 13
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Tel.: +49 355 69 4464
Mobil: +49 170 282 63 89
Mail: Marco.Lubosch@b-tu.de

Dr. rer. Nat. Stefan Kamlage
Transferscout Leichtbau / Innovation Hub 13
Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP
Tel.: 03328 330 299
Mail: stefan.kamlage@iap.fraunhofer.de

Die Cluster Metall sowie Kunststoffe und Chemie der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) unterstützten die Veranstaltung als Partner.

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