Biopolymere – soziale Gründe für die Rohstoffwende

Biopolymere – soziale Gründe für die Rohstoffwende

Biopolymere – die Rohstoffwende als sozialer Motor

Kunststoffe aus der Natur gewinnen, verarbeiten und dadurch das Leben und Arbeiten in Brandenburg verändern – das ist kein Zukunftstraum, sondern in einigen regionalen Betrieben bereits Realität. Biopolymere werden hier größtenteils aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten wie Stärke, Eiweiß und Kohlenhydraten gewonnen. Die Herstellung und Verarbeitung von Biopolymeren ist heute jedoch noch Pionierarbeit. Doch die Erforschung neuer Produktionsverfahren schreitet voran und immer mehr Unternehmen stellen Artikel aus Biopolymeren in Serie her. Und das aus gutem Grund: Eine Rohstoffwende ist angesichts der endlichen fossilen Brennstoffressourcen und der zunehmenden Belastung der Umwelt unumgänglich. Neben wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen gehen mit der Verwendung von Biopolymeren auch große soziale Chancen einher – vor allem in Brandenburg.

Biopolymere: Gewinn für die Region

Die Herstellung und Nutzung von Biopolymeren in Brandenburg bietet großes Potenzial. So können in Lagen mit einer ansonsten geringen Attraktivität neue, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und der Abwanderungstrend eingedämmt werden. Brandenburg bietet beste Voraussetzungen, zu einem der führenden Bundesländer im Bereich der Erforschung und Herstellung von Biokunststoffen zu werden. Zum einen verfügt das Land mit seinen Hochschulen und Forschungsinstitutionen über eine sehr gute wissenschaftliche Infrastruktur. Zum anderen gibt es in Brandenburg extrem große Flächenressourcen für die landwirtschaftliche Nutzung. Viel Land und viel Wasser prädestinieren die Region als Zukunftsstandort für Biopolymere.

Kurze Lieferkletten und großes Käufervertrauen

Verarbeitende Unternehmen wie etwa Spritzgussbetriebe sind in der Region bereits vorhanden. Die regionale Produktion von Biokunststoffen verkürzt die Lieferketten erheblich – von dem Abbau der Ressourcen bis zum Endprodukt kann jeder Produktionsschritt in Brandenburg erfolgen. Durch diese Prozessverschlankung werden nicht nur die Wege kürzer, Verarbeiter gewinnen überdies mehr Kontrolle über die Inhaltsstoffe, was einen Vertrauenszuwachs zur Folge hat. Und das nicht nur auf Seiten der Produktionsbetriebe – denn Produkte aus Biopolymeren haben einen großen Imageeffekt auf Endverbraucher, der zu deutlichen Absatzsteigerungen führen kann.

Biopolymere: Verantwortung für künftige Generationen

Schätzungen zufolge befinden sich bereits jetzt bis zu 150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren und Ozeanen. Konventionelle Kunststoffe sind kaum vollständig zersetzbar und stellen eine akute Gefahr für Umwelt, Tiere und schließlich auch Menschen dar. Eine herkömmliche Babywindel besteht größtenteils aus Erdöl und ist nicht kompostierbar. Neben den gesundheitlichen Aspekten verdeutlicht dieses Beispiel, wie dringend Alternativen zu konventionellen Kunststoffprodukten benötigt werden. Vergleichbare Produkte aus Biopolymeren sind bereits auf dem Markt und bieten eine hundertprozentig kompostierbare Alternative. Etwa eine Bioplastikwindel, für die ein Sauggranulat auf Kartoffelstärkebasis mit Zellulose aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet wird. Solche Pionierprodukte werden das Leben künftiger Generationen verändern – hin zu einer notwendigen Rohstoffwende, die die Industrie unabhängig von fossilen Brennstoffen macht und das Wachstum des globalen Müllberges stoppt.

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