Global Recycling Day 2019 – Zeit für Fakten

Nachdem der Global Recycling Day am 18. März 2018 ins Leben gerufen wurde, ist er auch dieses Jahr wieder der Zukunft unseres Planeten gewidmet. Ziel der Initiative des Bureau of International Recycling ist es, das Potential von Recycling sichtbar zu machen. Denn natürliche Ressourcen werden immer knapper: Wasser könnte bereits 2025 für 1,8 Milliarden Menschen Mangelware sein. Die Nachfrage nach Kohle wird spätestens im nächsten Jahrhundert das Angebot überschreiten. Durch Abholzung werden jährlich 18 Hektar Waldfläche gerodet. Gleichzeitig produzieren wir jährlich 2,12 Milliarden Tonnen an Abfällen, die nicht wiederverwertet werden.

Diese Fakten zeigen: Recycelbare Rohstoffe sollten als Ressource verstanden und genutzt werden. Wenn Materialien wiederverwertet werden, anstatt in der Natur zu landen, wirkt dies nicht nur der Umweltverschmutzung entgegen. Indem wir Kunststoffe und andere Materialien wiederverwerten, gewinnen wir zudem Rohstoffe, die den Ressourcenkreislauf schließen.

Um das Bewusstsein für das Potential von Recycling zu schärfen, haben wir in den letzten Tagen auf unseren Twitter- und Facebook-Kanälen ein paar Recycling-Mythen genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse teilen wir heute im Beitrag:

Mythos 1: „Am Ende landet eh alles in derselben Tonne.“

viele Abfalltonnen mit Recyclingzeichen

Stimmt nicht – mit der Mülltrennung trennen sich auch die Wege von verschiedenen Materialien. Recycelbare Kunststoffe zum Beispiel werden nach Wertstoff sortiert, gereinigt und schließlich wiederverwertet. So entstehen Rohstoffe, die zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden können.

Mehr zur Wiederverwertung von Kunststoffen lesen Sie in unserem Beitrag „Die Reise des Abfalls“.

Mythos 2: „Plastikmüll wird eh verbrannt.“

Flamme auf hellblauem grund

Stimmt nicht – 53% aller Kunststoffabfälle werden zur Energiegewinnung verbrannt. Diese Art der Kunststoffverwertung wird als energetische oder thermische Verwertung bezeichnet. Die übrigen 47% werden als neue Rohstoffe wiederverwertet. Dabei wird unterschieden zwischen der werkstofflichen Verwertung, bei der aus einschmelzbaren Altkunststoffen neue Rohstoffe hergestellt werden, und der rohstofflichen Verwertung, bei der alle übrigen Kunststoffarten in verwertbare Stoffe umgewandelt werden.

Mehr zu den Zahlen der Recyclingbranche erfahren Sie in unserem Beitrag „Die Kunststoffverwertung in Deutschland in Zahlen“.

Mythos 3: „Alles im Gelben Sack wird recycelt.“

gelber Sack

Stimmt nicht – nur etwa die Hälfte aller Kunststoffabfälle wird wiederverwertet, da nicht alle Kunststoffarten eingeschmolzen werden können. Unterschieden wird in Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere. Dabei sind Thermoplaste, aus denen zum Beispiel Joghurtbecher hergestellt werden, die einzigen Kunststoffe, die bei Wärme schmelzen.

Mehr zu den verschiedenen Kunststoffarten lesen Sie in unserem Beitrag „Ein Wegweiser durch die Plastik-Welt“.

Mythos 4: „Papiertüten sind besser als Plastiktüten.“

Illustration einer Papiertüte grau-braun auf blauem Hintergrund

Stimmt nicht – Papiertüten verbrauchen in der Herstellung Chemikalien, Energie und Wasser und können weniger häufig benutzt werden. Sie benötigen sogar mehr Ressourcen als Plastiktüten, um ebenso reißfest zu sein. Zudem sind sie schwerer als Plastiktüten, sodass ihr Transport zu höheren Emissionen führt. Papiertüten, die nicht aus Recyclingpapier sind, sind so erst nach drei- bis viermaliger Verwendung umweltfreundlicher als Plastiktüten – aber nicht alle halten so lange.

Mythos 5: „Joghurtbecher müssen gespült werden.“

rote Joghurt-Becher

Stimmt nicht – lediglich „löffelrein“ sollten Verpackungen sein. Vor der Wiederverwertung werden Wertstoffe sowieso gründlich gereinigt, sodass ein vorheriges Spülen unnötig Wasser verbraucht. Wichtig ist aber, den Aluminiumdeckel vom Becher abzulösen, damit die Rohstoffe getrennt verarbeitet werden können. Sonst kann die Sortieranlage nicht zwischen Aluminium und Kunststoff unterscheiden.

Mythos 6: „Styropor verbraucht viele Ressourcen.“

weiße Einwegverpackung für Essen aus Styropor

Stimmt nicht – Styropor besteht zu 98% aus Luft und nur zu 2% aus Kunststoff und kann sogar aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden. Seinen schlechten Ruf hat der Kunststoff also nicht verdient. Als polsterndes, stoßfestes und isolierendes Material ist er zudem ein wichtiger Bestandteil von Alltagsgegenständen. So findet er zum Beispiel Verwendung in der Herstellung von Fahrradhelmen und sogar Transportboxen für Organe. Styropor kann also dabei helfen, Leben zu retten.

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